Deutsche Geschäftskonten im Vergleich
Die Tabelle ist die Kurzfassung. Jede Zahl stammt von der Preisseite des Anbieters selbst — nicht von einem Vergleichsportal — und wird vierteljährlich neu geprüft.
Achten Sie zuerst auf die Spalte lokale Kontonummer. In Deutschland heißt das: eine IBAN, die mit DE beginnt. Bei den Gebühren liegen die drei Anbieter näher beieinander, als Sie vermuten; bei der Kontoverbindung nicht.
| Anbieter | Eröffnungsgebühr | Monatsgebühr | Lokale Kontonummer | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| Revolut Business | Kostenlos | 10 € – 125 €/Monat | Nein | Geschäft in mehreren Währungen |
| Wise Business | 55 €einmalig | Kostenlos | Nein | Günstigste Währungsumrechnung |
| Holvi | Kostenlos | Kostenlos – 69 € | Ja | Finnische und deutsche Solo-Selbstständige |
Anbieter, die deutsche Unternehmen annehmen · Preise geprüft 5. September 2026.
Die Anbieter, bei denen sich ein Antrag lohnt
Drei Anbieter decken die realistischen Fälle für ein deutsches Unternehmen ab. Sie unterscheiden sich weniger im Preis als in der Form: ein Monatsabonnement mit Karten und Ausgabenverwaltung, eine einmalige Gebühr für Kontodaten in vielen Währungen, und ein Konto für Solo-Selbständige mit deutscher IBAN und Buchhaltungsanbindung.
Revolut Business
Geschäft in mehreren WährungenDer übliche erste Antrag: schnelle Eröffnung, ein günstiger Einstiegstarif und eine Zusagequote, mit der klassische Filialbanken nicht mithalten. Deutschland steht allerdings nicht auf der Liste der Länder mit landesspezifischer IBAN — deutsche Unternehmen bekommen eine litauische IBAN, die im SEPA-Raum voll funktionsfähig ist, auf einer Rechnung aber erklärungsbedürftig bleibt.
- Eröffnungsgebühr
- Kostenlos
- Monatsgebühr
- 10 € – 125 €
- Lokale Kontonummer
- Nein
Basic 10, Grow 35, Scale 125 EUR pro Monat; der Enterprise-Tarif wird individuell kalkuliert. Deutschland steht nicht auf Revoluts Liste der Länder mit landesspezifischer IBAN, daher erhalten Konten eine LT-IBAN (für SEPA gültig).
Aufsicht und Regulierung: EWR-Konten werden von der Revolut Bank UAB ausgegeben, einer litauischen Bank mit Zulassung der ECB und beaufsichtigt von der Bank of Lithuania; britische Konten von Revolut Ltd, einem von der FCA zugelassenen E-Geld-Institut (FRN 900562)
Wise Business
Günstigste WährungsumrechnungEine einmalige Gebühr, danach fällt nur an, was Sie tatsächlich bewegen. Die stärkste Wahl, wenn Sie in mehreren Währungen abrechnen, und die schwächste, wenn Sie eine bankähnliche Beziehung suchen: Wise ist ein E-Geld-Institut, kein Kreditinstitut, und gibt nach eigener Auskunft derzeit keine lokalisierten deutschen IBANs aus — die Euro-Kontodaten laufen über eine belgische IBAN.
- Eröffnungsgebühr
- 55 €
- Monatsgebühr
- Kostenlos
- Lokale Kontonummer
- Nein
Einmalig 55 EUR für Kontodaten in 22 Währungen; keine Monats- oder Verwahrgebühr. Wise gibt an, derzeit keine lokalisierten deutschen IBANs auszugeben — die EUR-Kontodaten nutzen eine belgische BIC und IBAN, die für SEPA-Zahlungen dennoch akzeptiert werden müssen.
Aufsicht und Regulierung: Wise Payments Limited, ein von der FCA zugelassenes E-Geld-Institut (FRN 900507); Guthaben sind nach den Safeguarding-Regeln gesichert, nicht durch eine Einlagensicherung gedeckt
Holvi
Finnische und deutsche Solo-SelbstständigeDer einzige Anbieter hier, der deutschen Unternehmen eine echte deutsche IBAN gibt, samt Rechnungsstellung und vorbereiteter Buchhaltung im selben Konto. Ausgelegt ist es auf Einzelunternehmer, Freiberufler und kleine Gesellschaften; für verschachtelte Beteiligungsstrukturen oder hohes Transaktionsvolumen ist es nicht gemacht.
- Eröffnungsgebühr
- Kostenlos
- Monatsgebühr
- Kostenlos – 69 €
- Lokale Kontonummer
- Ja
Flex 0 €, Lite 9 €, Pro 15 €, Business 69 € pro Monat zuzüglich MwSt. bei monatlicher Abrechnung (Lite/Pro/Business kosten 4,50 € / 9 € / 59 € bei einjährigem Abonnement; Flex ist in beiden Fällen 0 €). Flex hat keine Monatsgebühr, berechnet aber 0,25 € je SEPA-Überweisung. Deutsche IBAN.
Aufsicht und Regulierung: Holvi Payment Services Oy, ein zugelassenes Zahlungsinstitut unter Aufsicht von Finanssivalvonta (der finnischen Finanzaufsicht); Kundengelder werden als getrennt gehaltene Kundengelder verwahrt, nicht als Einlagen
Keine Partnervereinbarung — der Vollständigkeit halber genannt
Wer in Deutschland ein Geschäftskonto führen muss
Eine GmbH und eine UG (haftungsbeschränkt) sind juristische Personen. Ihr Vermögen ist nicht Ihr Vermögen, und es gehört folglich auf ein Konto, das auf die Gesellschaft lautet. Daran führt kein Weg vorbei, und wer es trotzdem vermischt, gefährdet genau die Haftungsbeschränkung, wegen der er die Gesellschaft gegründet hat.
Einzelunternehmer, Freiberufler und Gesellschafter einer GbR sind gesetzlich nicht verpflichtet, ein gesondertes Konto zu führen. Steuerlich sind Sie und Ihr Unternehmen dieselbe Person. Praktisch endet die Freiheit trotzdem schnell: die Allgemeinen Geschäftsbedingungen fast aller Banken beschränken Privatkonten auf private Nutzung, und ein Konto wegen gewerblicher Umsätze zu kündigen ist eine völlig übliche Reaktion.
Der Rest ist Buchhaltung. Sobald ein Konto beides mischt, wird jede Betriebsprüfung, jede Umsatzsteuervoranmeldung und jeder Jahresabschluss zu einer Sortierarbeit, die Sie oder Ihr Steuerberater bezahlen. Das ist regelmäßig teurer als die Kontoführungsgebühr, die Sie sparen wollten.
Bei der GmbH kommt das Konto vor dem Handelsregister
Der Ablauf verwirrt viele Gründer, weil er der Reihenfolge widerspricht, die man erwartet. Der Gesellschaftsvertrag wird notariell beurkundet; damit existiert die GmbH in Gründung. Erst danach wird das Stammkapital eingezahlt — und zwar auf ein Konto, das auf die Gesellschaft in Gründung lautet. Der Geschäftsführer versichert in der Anmeldung selbst, dass die Einlagen bewirkt sind und zu seiner freien Verfügung stehen — eine Bank bestätigt dem Register nichts, anders als beim schwedischen bankintyg. Nach GmbHG § 8 kann das Gericht dafür Nachweise verlangen, etwa Einzahlungsbelege eines in der Europäischen Union niedergelassenen Finanzinstituts oder Zahlungsdienstleisters; eine deutsche Bank muss es also nicht sein. Erst danach erfolgt die Eintragung ins Handelsregister.
Für die Kontoeröffnung heißt das: Sie brauchen einen Anbieter, der ein Konto für eine GmbH i. G. anlegt, also für eine Gesellschaft, die im Handelsregister noch nicht steht. Der Nachweis dafür ist die beurkundete Gründungsurkunde samt Gesellschafterliste. Nicht jeder Digitalanbieter macht das mit — fragen Sie das ab, bevor Sie den Notartermin legen, nicht danach.
Bei der UG gilt dieselbe Logik in verschärfter Form: das GmbH-Gesetz lässt die Anmeldung erst zu, wenn das Stammkapital vollständig eingezahlt ist, und Sacheinlagen sind ausgeschlossen. Es muss also tatsächlich Geld auf ein Konto fließen, bevor irgendetwas eingetragen wird.
Deutsche IBAN, litauische IBAN, belgische IBAN
Deutschland ist IBAN-nativ. Es gibt hier kein zweites Schienensystem wie das dänische reg.nr. plus Kontonummer oder das schwedische Bankgiro, an dem eine ausländische Kontoverbindung schlicht scheitert. Eine SEPA-Überweisung auf eine LT- oder BE-IBAN kommt genauso an, kostet dasselbe und dauert genauso lange wie eine auf eine DE-IBAN. Das ist der eigentliche Grund, warum der deutsche Markt so viel entspannter ist als der dänische.
Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern in der Reaktion des Gegenübers. Eine Rechnung mit ausländischer IBAN löst bei Privatkunden Misstrauen aus, bei Kreditorenbuchhaltungen gelegentlich Rückfragen und bei manchen Behördenformularen echte Reibung. Wer viele Lastschriften einzieht oder überwiegend an Verbraucher verkauft, spart sich mit einer DE-IBAN eine Menge kleiner Gespräche.
Unter den hier verglichenen Anbietern gibt nur Holvi eine deutsche IBAN aus. Revolut vergibt deutschen Unternehmen eine litauische IBAN, Wise wickelt Euro-Konten über eine belgische Kontoverbindung ab. Wenn die DE-IBAN für Sie nicht verhandelbar ist, ist die Auswahl damit kleiner, als der breite deutsche Markt vermuten lässt — und dann gehört auch ein Blick auf eine klassische Bank oder Sparkasse dazu, mit dem entsprechenden Preisschild.
Ist ein kostenloses deutsches Geschäftskonto möglich?
Ja, und das unterscheidet Deutschland von jedem anderen Markt in diesem Vergleich. Es existieren Tarife ohne Grundgebühr, sowohl bei internationalen Anbietern als auch bei Anbietern mit deutscher IBAN. Für eine Neugründung mit einer Handvoll Rechnungen im Monat ist das eine echte Option und keine Werbeaussage.
„Kostenlos“ heißt allerdings: keine monatliche Grundgebühr. Einzelne Überweisungen, Bargeldeinzahlungen, Karten und vor allem Währungsumrechnungen werden weiterhin berechnet, und genau dort entstehen die Kosten, sobald das Unternehmen tatsächlich handelt. Kostenlose Tarife sind darauf kalkuliert, dass die meisten Nutzer irgendwann in einen bezahlten Tarif wechseln — und die meisten tun das auch.
Warum überhaupt etwas kostet, was auf dem Privatkonto gratis ist: Ein Geschäftskunde bringt Pflichten mit, die ein Privatkunde nicht mitbringt. Jeden wirtschaftlich Berechtigten identifizieren, das Geschäftsmodell so weit verstehen, dass man es laufend auf Auffälligkeiten prüfen kann, und die Ergebnisse dokumentieren — das ist Personalzeit mit einer festen Untergrenze, unabhängig davon, ob das Unternehmen Millionen oder nichts umsetzt. Privatkonten werden von der übrigen Kundenbeziehung mitfinanziert, ein neu gegründetes Unternehmen bringt keine solche Beziehung mit.