Finnische Geschäftskonten im Vergleich
Die Tabelle ist die Kurzfassung. Jede Zahl stammt von der Preisseite des Anbieters selbst — nicht von einem Vergleichsportal — und wird vierteljährlich neu geprüft.
Die Spalte lokale Kontonummer meint in Finnland schlicht: eine IBAN, die mit FI beginnt. Sie wiegt hier weniger schwer als in Dänemark oder Schweden, weil eine ausländische IBAN im finnischen Zahlungsverkehr genauso funktioniert — aber sie ist trotzdem der einzige echte Unterschied zwischen diesen drei.
| Anbieter | Eröffnungsgebühr | Monatsgebühr | Lokale Kontonummer | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| Holvi | Kostenlos | Kostenlos – 50 € | Ja | Finnische und deutsche Solo-Selbstständige |
| Revolut Business | Kostenlos | 10 € – 135 €/Monat | Nein | Geschäft in mehreren Währungen |
| Wise Business | 60 €einmalig | Kostenlos | Nein | Günstigste Währungsumrechnung |
Anbieter, die finnische Unternehmen annehmen · Preise geprüft 5. September 2026.
Die Anbieter, bei denen sich ein Antrag lohnt
Drei Anbieter decken die realistischen Fälle ab: ein finnisches Konto mit FI-IBAN und eingebauter Rechnungsstellung, ein Monatsabonnement mit Karten und Ausgabenverwaltung, und eine Einmalzahlung für Kontodaten in vielen Währungen.
Holvi
Finnische und deutsche Solo-SelbstständigeDie lokale Option und der einzige Anbieter hier, der eine finnische IBAN ausgibt. Ausgelegt auf Einzelunternehmer und kleine Gesellschaften, mit Rechnungsstellung und vorbereiteter Buchhaltung im selben Konto — für viele Solo-Selbständige ersetzt das ein zweites Werkzeug. Beachten Sie den Aufbau der Tarife: Der Einstiegstarif kommt ohne Grundgebühr, berechnet dafür aber jede SEPA-Überweisung einzeln, was ihn ab einem gewissen Zahlungsvolumen teurer macht als der nächsthöhere Tarif.
- Eröffnungsgebühr
- Kostenlos
- Monatsgebühr
- Kostenlos – 50 €
- Lokale Kontonummer
- Ja
Flex 0 €, Lite 12 €, Pro 18 €, Business 50 € pro Monat zuzüglich MwSt. bei monatlicher Abrechnung (Lite/Pro/Business kosten 9 € / 15 € / 40 € bei einjährigem Abonnement; Flex ist in beiden Fällen 0 €). Flex hat keine Monatsgebühr, berechnet aber 0,25 € je SEPA-Überweisung. Finnische IBAN.
Aufsicht und Regulierung: Holvi Payment Services Oy, ein zugelassenes Zahlungsinstitut unter Aufsicht von Finanssivalvonta (der finnischen Finanzaufsicht); Kundengelder werden als getrennt gehaltene Kundengelder verwahrt, nicht als Einlagen
Keine Partnervereinbarung — der Vollständigkeit halber genannt
Revolut Business
Geschäft in mehreren WährungenDer schnellste Weg zu einem funktionierenden Konto und die stärkste Wahl, wenn Sie Karten für mehrere Mitarbeitende, Ausgabenverwaltung und Integrationen in einer App wollen. Finnland steht nicht auf der Liste der Länder mit landesspezifischer IBAN — finnische Unternehmen bekommen eine litauische, die im SEPA-Raum uneingeschränkt funktioniert.
- Eröffnungsgebühr
- Kostenlos
- Monatsgebühr
- 10 € – 135 €
- Lokale Kontonummer
- Nein
Basic 10, Grow 35, Scale 135 EUR pro Monat; der Enterprise-Tarif wird individuell kalkuliert. Finnland steht nicht auf Revoluts Liste der Länder mit landesspezifischer IBAN, daher erhalten Konten eine LT-IBAN (für SEPA gültig).
Aufsicht und Regulierung: EWR-Konten werden von der Revolut Bank UAB ausgegeben, einer litauischen Bank mit Zulassung der ECB und beaufsichtigt von der Bank of Lithuania; britische Konten von Revolut Ltd, einem von der FCA zugelassenen E-Geld-Institut (FRN 900562)
Wise Business
Günstigste WährungsumrechnungEine einmalige Gebühr, danach zahlen Sie nur, was Sie bewegen. Am stärksten, wenn Sie in mehreren Währungen fakturieren; am schwächsten, wenn Sie eine bankähnliche Beziehung suchen, denn Wise ist ein E-Geld-Institut und die Euro-Kontodaten laufen über eine belgische IBAN, nicht über eine finnische.
- Eröffnungsgebühr
- 60 €
- Monatsgebühr
- Kostenlos
- Lokale Kontonummer
- Nein
Einmalig 60 EUR für Kontodaten in 22 Währungen; keine Monats- oder Verwahrgebühr. Die EUR-Kontodaten nutzen eine belgische BIC und IBAN, keine finnische.
Aufsicht und Regulierung: Wise Payments Limited, ein von der FCA zugelassenes E-Geld-Institut (FRN 900507); Guthaben sind nach den Safeguarding-Regeln gesichert, nicht durch eine Einlagensicherung gedeckt
Braucht ein finnisches Unternehmen überhaupt ein Geschäftskonto?
Rechtlich: nicht zwingend, jedenfalls nicht am ersten Tag. Weil eine Oy ohne Aktienkapital gegründet werden kann — das Handelsregister trägt den Betrag dann mit null Euro ein —, gibt es bei der Gründung kein Kapital, das irgendwo eingezahlt werden müsste. Damit fällt der einzige Zeitpunkt weg, zu dem in Dänemark, Schweden und Deutschland ein Konto unumgänglich ist.
Praktisch fällt die Antwort trotzdem anders aus. Die Oy ist eine eigene Rechtsperson, ihr Geld ist nicht Ihres, und die Vermischung mit dem Privatkonto des Geschäftsführers erzeugt eine Buchhaltung, die Ihnen niemand dankt. Für eine toiminimi, das finnische Einzelunternehmen, gilt dasselbe eine Stufe schwächer: erlaubt, aber selten klug — und die Vertragsbedingungen der Bank verbieten die geschäftliche Nutzung eines Privatkontos meist ohnehin.
Wichtiger Hinweis für alle, die ältere Ratgeber gelesen haben: Die Behauptung, finnische Unternehmen müssten laut Steuerverwaltung ein Geschäftskonto führen, ist so nicht haltbar. Die Pflicht folgt aus Buchführungs- und Nachweisanforderungen, nicht aus einer Vorschrift, die ein Konto verlangt. PRH beschreibt die Gründung einer Oy ohne einen solchen Zwang.
Warum eine ausländische IBAN in Finnland kaum stört
Finnland hat seine nationalen Kontonummern früh und vollständig auf IBAN umgestellt. Es gibt hier kein paralleles System wie das dänische reg.nr. plus Kontonummer oder das schwedische Bankgiro, an dem ein ausländisches Konto scheitern würde. Eine SEPA-Überweisung auf eine LT- oder BE-IBAN kommt genauso schnell an und kostet dasselbe wie eine auf eine FI-IBAN.
Es bleibt eine Reibung, aber sie ist sozial, nicht technisch. Finnische Privatkunden und manche Buchhaltungen schauen zweimal hin, wenn die IBAN nicht mit FI beginnt. Bei wiederkehrenden Lastschriften und bei Formularen, die auf finnische Kontonummern hin programmiert wurden, kann daraus echter Aufwand werden.
Für ein Unternehmen, das Geschäftskunden per Rechnung abrechnet, ist das folgenlos. Für eine Praxis, einen Handwerksbetrieb oder einen Laden mit vielen Privatkunden ist es ein Argument für Holvi als den einzigen Anbieter hier mit FI-IBAN.
Gibt es ein kostenloses finnisches Geschäftskonto?
Dauerhaft bei keiner der großen finnischen Banken: OP, Nordea, Danske und Aktia stellen das Einstiegskonto jeweils als bezahltes Monatspaket in ihre Preisliste, ein dauerhaft kostenloser Tarif steht bei keiner davon. Was es gibt, sind Einführungsangebote — Nordea und Danske stellen die ersten Monate frei, bei Nordea zusätzlich daran geknüpft, dass Sie dort Privatkunde einer gewissen Größenordnung sind —, danach gilt der reguläre Preis. S-Pankki fällt als Vergleichsgröße ganz weg: Die Bank gibt an, derzeit keine neuen Kunden aus dem Segment Kleinunternehmen, Landwirtschaft und Vereine aufzunehmen. Bei den hier verglichenen Anbietern sieht es anders aus: Es existieren Tarife ohne monatliche Grundgebühr, sowohl mit finnischer IBAN als auch ohne.
Der Haken steckt in der Struktur. Ein Tarif ohne Grundgebühr verlagert die Kosten auf die einzelne Transaktion — pro Überweisung ein kleiner Betrag, der bei zwanzig Zahlungen im Monat unauffällig und bei zweihundert der teurere Weg ist. Rechnen Sie mit Ihrem tatsächlichen Zahlungsvolumen nach, bevor Sie den kostenlosen Tarif für den günstigsten halten.
Und warum Geschäftskonten überhaupt Geld kosten: Ein Geschäftskunde löst Pflichten aus, die ein Privatkunde nicht auslöst — jeden wirtschaftlich Berechtigten identifizieren, das Geschäftsmodell laufend auf Auffälligkeiten prüfen, das Ganze dokumentieren. Das ist Personalzeit mit einer festen Untergrenze, unabhängig vom Umsatz. Privatkonten finanziert die Bank aus dem Rest der Kundenbeziehung quer; eine Neugründung bringt keine mit.